Nach dem SGB VII bestimmt sich, ob Sie im Falle eines Arbeitsunfalls Ansprüche auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung haben.

 

Arbeitsunfälle sind nach § 8 Abs. 1 Satz 1 SGB VII Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach §§ 2, 3 oder 6 SGB VII begründenden Tätigkeit (versicherte Tätigkeit). Nach § 8 Abs. 1 Satz 2 SGB VII sind Unfälle zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen. Ein Arbeitsunfall setzt daher voraus, dass der Verletzte durch eine Verrichtung vor dem fraglichen Unfallereignis den gesetzlichen Tatbestand einer versicherten Tätigkeit erfüllt hat und deshalb Versicherter ist (innerer bzw. sachlicher Zusammenhang). Die Verrichtung muss ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis und dadurch einen Gesundheitserstschaden oder den Tod der Versicherten objektiv und rechtlich wesentlich verursacht haben (Unfallkausalität und haftungsbegründende Kausalität).

Bundessozialgericht, Urteil vom 30. März 2017, Az.: B 2 U 15/15 R, Rn. 14.

 

Bereits aus diesen einleitenden Sätzen ergibt sich, wie kompliziert sich diese Materie gestaltet. Bereits die Frage, ob eine versicherte Tätigkeit vorliegt, kann im Einzelfall ganz erhebliche Schwierigkeiten aufwerfen.

 

Ob ein Gesundheitsschaden vorliegt, ob dieser ein Erstschaden ist und ob er durch das Unfallereignis rechtlich wesentlich verursacht wurde lässt sich regelmäßig nur durch einen Fachmediziner in einem Gutachten feststellen.

 

Sollten Sie bei Ihrer beruflichen Tätigkeit - ob als Angestellter oder freiwillig versicherter Selbständiger, als Schüler oder Auszubildender, um nur einige zu nennen - einen Unfall erlitten haben, wird es sich regelmäßig anbieten, einen Rechtsanwalt zwecks Beratung und Vertretung zu beauftragen. 

 

Auch sogenannte Wegeunfälle und Berufskrankheiten fallen unter die Versicherungsfälle im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung.